Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt Melle an Robert Heggemann

Die Verleihung fand in feierlichem Rahmen mit rund 70 Gästen aus Wegbegleitern, Familie und lokaler Politik im Vereinsheim statt.

Hierzu Auszüge aus der Laudatio von Reinhard Scholz, Bürgermeister der Stadt Melle

 

„Mein besonderer Willkommensgruß gilt Ihnen, lieber Herr Heggemann

und Ihrer Frau Gemahlin. Sie, lieber Herr Heggemann, stehen heute im Mittelpunkt, um Ihnen – wenn auch nur symbolisch – etwas von dem zurückzugeben, was mit Ihrem Namen seit mehr als 60 Jahren in Gesmold verbunden ist.

Ein bekanntes Sprichwort des deutschen Arztes und Theologen Albert Schweizer besagt, dass „das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, in den Herzen der Mitmenschen steht“. Dieses Denkmal ist Ihnen, lieber Herr Heggemann, insbesondere in den Herzen unserer Gesmolder gewiss. Diese Würdigung findet nicht nur die Zustimmung im Rat der Stadt Melle, der diese Ehrung einstimmig beschlossen hat. Diese Würdigung wird auch von den Bürgerinnen und Bürgern unserer gesamten Stadt mitgetragen. Und es sind ganz besonders die Bürgerinnen und Bürger, die Ihrem Engagement, lieber Herr Heggemann, viel zu verdanken haben.“

„Der Rat der Stadt Melle verleiht als besondere Auszeichnung die „Ehrenmedaille der Stadt Melle“ an lebende Personen, die sich durch ihr ehrenamtliches Engagement im Bereich der sozialen Tätigkeit zum Wohle der Stadt Melle in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Ihre ehrenamtliche Laufbahn begann bereits im Jahr 1955 – also noch weit vor meiner Geburt - als Sie im Dekanat Grönenberg die Leitung der katholischen Jugendgemeinschaften übernahmen. Damals eine sehr sportliche Aufgabe – mussten doch noch alle Fahrten mit dem Fahrrad erledigt werden, da weder Telefon noch Fax zur Verfügung standen. Manch einer mag den Gedanken hegen, dass hier der Grundstein für Ihr Interesse am Sport geweckt wurde.

 

 

1966 übernahmen Sie, lieber Herr Heggemann, Ihre erste offizielle Funktion bei Viktoria Gesmold. In fünf Jahren als stellvertretender Vorsitzender wurden unter Ihrer maßgeblichen Beteiligung viele neue Projekte ins Leben gerufen.

Insbesondere ist hier der Bau des Sportplatzes an der Else im Jahr 1968, die Einführung des ersten Viktoria Kuriers im Jahr 1967 sowie die Eröffnung einer neuen Leichtathletik-Abteilung im Jahr 1969 zu nennen.

Nach dem Ausscheiden aus dem Vorstand übernahmen Sie in der Zeit von 1969 bis 1979 zunächst die Funktion des Betreuers einiger Fußballmannschaften. In dieser Zeit prägten Sie, lieber Herr Heggemann,

etliche der Ihnen anvertrauten jungen Fußballspieler, die heute, nach Ihrem Vorbild, selber ehrenamtlich bei Viktoria Gesmold aktiv sind. Das beste Beispiel ist der derzeitige erste Vorsitzende, Timmy Morkötter.

1971 wurden sie dann Jugendwart des gesamten Vereins. Durch Ihr großes Engagement in der Jugendarbeit und die damit verbundenen Aktivitäten stieg die Mitgliederzahl in den folgenden Zehn Jahren von 590 auf 1.081 aktive Mitglieder. Auch konnte dank Ihrer Bemühungen der hierdurch neu entstandene Bedarf an neuen Übungsleitern durch das stetige akquirieren und werben von ehrenamtlichen Mitarbeitern gedeckt werden. Fortan standen für alle Kinder- und Jugendmannschaften immer zwei Betreuer bzw. Trainer zur Verfügung.

 

Nach fast 25 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit bei Viktoria Gesmold wollten Sie sich 1993 erst einmal aus dem aktiven Vereinsleben zurückziehen, um eine wohlverdiente Pause einzulegen.

Doch nein, es kam ganz anders.

Im Jahr 1994 verstarb der langjährige Vereinsvorsitzende David Warner. Ein neuer erster Vorsitzender musste her, der die Geschicke des Vereins sicher weiterleiten konnte. In einer anschließenden Sondersitzung wurden Sie, zum neuen ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt. Das kuriose an dieser Wahl: Sie waren selber gar nicht anwesend – Sie weilten zu dieser Zeit auf hoher See - und bekamen das Ergebnis der Wahl per Fax mitgeteilt – ein damals nicht ganz üblicher Weg, um so eine frohe Botschaft zu verkünden.

Sie bekleideten das Amt des ersten Vorsitzenden insgesamt 10 Jahre. In dieser Zeit sticht insbesondere ein Großprojekt heraus, auf das ich im Besonderen eingehen möchte.

Die alte Geschäftsstelle des SV Viktoria, die damals noch auf dem Hof Selige lag, befand sich 1996 in einem sehr schlechten Zustand. Hier begann Ihre Idee einer neuen Geschäftsstelle und eines neuen Vereinsheimes, in dem sich alle Betreuer, Trainer, Vorstandsmitglieder und Vereinsmitglieder wohlfühlen und arbeiten konnten. Der Plan, dieses Vereinsheim an die Turnhalle anzubauen, stieß auf viel Gegenwehr, auch seitens der Stadt Melle wie ich zugeben muss. Nichtsdestotrotz setzten Sie, lieber Herr Heggemann, Ihre Vorstellung dieses gemeinschaftlichen Ortes der Zusammenkunft für Ihren Verein unbeirrt fort. Im Jahr 1999 war es dann soweit. Nach über 4000 freiwilligen Arbeitsstunden konnte das neue Vereinsheim des SV Viktoria Gesmold eingeweiht werden. Auch heute noch ist allen Beteiligten klar: Die Entscheidung, die Sie damals getroffen haben, war goldrichtig. Bis heute dient das Vereinsheim der gesamten Viktoriafamilie als nicht mehr wegzudenkender Treffpunkt. Nicht zuletzt sei erwähnt, dass dieses ohne Ihre Begleitung als Fachmann im Zimmereihandwerk sicherlich nicht den Erfolg gebracht hätte, wie wir ihn heute hier vor uns sehen.

In dem letzten Jahr vor Ihrem Ausscheiden aus der aktiven Vorstandsarbeit – und dieses Mal auch ohne ungeplante Wiederkehr – haben Sie sich unermüdlich für die Gründung einer Pflegetruppe aus Rentnern zur Pflege der Sportplatzes und der Sportanlage eingesetzt, der Sie auch selber angehörten und einige Jahre geleitet haben. Zwar haben Sie die Leitung mittlerweile abgegeben. Ihre Mitarbeit wird aber auch heute noch sehr geschätzt.

Ihre persönlichen Wertvorstellungen, die Sie, lieber Herr Heggemann,

mit Ihrem Einsatz verwirklicht haben, sind gerade in unserer heutigen Zeit wichtig. Sie tragen dazu bei, unsere Gesellschaft menschlicher zu machen. Sie verwandeln Eigensinn in Gemeinsinn. Und diese Werte stärken die Verantwortung für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft. Gerade darauf muss es uns heute ankommen.

Ihr wirken zeigt uns allen, dass es sehr wohl möglich ist, auch – und vielleicht gerade – als Einzelner positiv zu wirken. Von diesem Geist wird eine Gemeinschaft selbst in schwierigen Situationen getragen. Diese Geisteshaltung strahlt in viele Lebensbereiche geradezu vorbildhaft aus.

Sie haben stets Mittel und Wege gefunden, um Türen zu öffnen und Wege zu ebnen. Stets zeichnete Sie dabei vor allem eines aus: Es war und ist Ihre Vertrauenswürdigkeit, Ihre Zuverlässigkeit, die jede Begegnung mit Ihnen zu einem persönlichen Gewinn werden lässt.

Sie haben stets nach dem Grundsatz gehandelt, dass unsere Gesellschaft Menschen braucht, die geben und nicht nur fordern. Diese Einstellung hat Vorbildcharakter. Und von diesem Vorbild wird eine Gemeinschaft im besten Sinne

Ihr Einsatz, lieber Herr Heggemann, hat viel Kraft gefordert. Die Entschädigung dafür haben Sie darin gesehen, wenn Ihre Bemühungen zum Erfolg geführt haben. Ihre Kraftquelle war und ist Ihre Familie, die Ihnen in all den Jahren den Rücken gestärkt hat. Ohne ihre Bereitschaft, vielfältige Unterstützung zu leisten, hätte vielleicht manches nicht umgesetzt werden können.

Nun ist die Zeit gekommen, um Sie für Ihren Einsatz mit dieser Form der öffentlichen Anerkennung zu ehren und Ihnen etwas zurück zu geben. Der Dank für Ihr vielfältiges Wirken in unserer Stadt wird für alle sichtbar mit der Übergabe der Ehrenmedaille ausgedrückt.

Im Namen von Rat und Verwaltung, aber natürlich auch ganz persönlich, gratuliere ich sehr herzlich zur Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt Melle.

Wir freuen uns mit Ihnen und sind stolz auf Sie. Ich hoffe, dass Sie sich noch viele Jahre mit Ihren Erfahrungen und Ideen in die Gemeinschaft innerhalb der Stadt Melle einbringen.

 

Reinhard Scholz, Bürgermeister der Stadt Melle

 

 

 

 

Nach oben test